Namens- und Personenstandsänderung

12 Antworten [Letzter Beitrag]
Didiane
Bild von Didiane
Offline
dabei seit: 17.05.2018

@Amaryllis

Nach Deiner Aussage hört es sich an als ob alle Menschen, die im Leben nicht klar kommen, eine Transition angehen. So war meine Aussage aber nicht gemeint.

Vielleicht sollte ich es anders aussagen. Ich kenne einige Leute, die behaupten transsexuell zu sein. Natürlich laufen sie dann auch im "Fummel" rum und nutzen "reichlich den Tuschkasten" um wie eine Frau auszusehen. Sie fühlen sich dann auch als Frau und möchten es viel öfter ausleben.

Doch bei Gesprächen stellt sich dann fast immer heraus, daß sie Probleme im Leben haben und meinen, daß es als Frau doch wesentlich leichter ist. Nur machen sie sich selbst etwas vor und sind in meinen Augen nur Transvestiten, obwohl diejenigen es dann auch noch mit Travestiten verwechseln.

Vielleicht erklärt diese Aussage meinen Begriff von "Möchtegerntranssexuelle".

 

@all

Jede/r macht die eigenen Erfahrungen. Ich habe hier nur von meinen Erfahrungen, die ich seit über 10 Jahren gemacht habe, berichtet. Damit wollte ich NIEMANDEN zu nahe treten oder etwas absprechen.

 

Ein hohler Kopf ist ein nahezu ideales Gefäss für jede Menge Schwachsinn. (Ernst Ferstl)  - Ich bin noch nicht perfekt, aber ich arbeite daran.

 

Amaryllis
Bild von Amaryllis
Offline
dabei seit: 09.11.2016

Nein, so ist meine Aussage nicht zu verstehen.
Menschen die mit ihrem Leben nicht klar kommen (aus anderen Gründen als Trans*) würden vermutlich keine Transition machen, weil es nicht helfen täte, sondern die Situation nur verschlimmern würde, denn
Transition kostet (ich wiederhole mich, doch macht es meine Ansicht dazu klarer):
* viel Zeit und Kraft, (die man "witziger Weise" aus der Transition selbst bezieht, nämlich weil so viel "in Ordnung" kommt bzw. (endlich) "passt")
* bedarf ständiger Aufmerksamkeit, vielerlei Gedanken,
* Hin- und Widers,
* Unsicherheiten ob und ob nicht und wenn, dann wie und ist man sich sicher,
* "Welche Schritte? Wie organisieren?"
* Anträge, Ablehnungen, Widersprüche, Tests, Gutachten, Untersuchungen, Behördengänge, Organisation, Planung, Networking
* Sein komplette (altes) Leben auf den Prüfstand stellen,
* Verlust der "Verbindung" zu seinem früheren Ich ("Es scheint, dass ich es aus Erzählungen kenne doch meins (Jetzt-Ich) scheint es nicht gewesen zu sein" - was in gewisser Weise ja auch stimmt), das höre ich so oft von Trans* und es ist auch meine Erfahrung, das hätte ich vorher so nicht gedacht. Das muss man erst selbst erfahren. Die vergangene Zeit, gehört wirklich zu jemand anderen, dem früheren Ich. Man kann Wissen daraus übernehmen und auch Handlungsweisen, wie aus jedem Leben, das man erzählt bekommt, auch.
* Ausdauer und Beharrlichkeit - aber Hallo!
* überwinden eigener Ängste und Vorstellungen und Vorurteilen (auch die gegen sich selbst)
* Zeit-, Geldmanagement und das Management anderer Ressourcen ("Was kann ich selber in welcher Zeit wie angehen? Wie kann ich es bezahlen? Welche (psychischen) Kapazitäten habe ich? Was darf/kann/sollte ich mir zumuten können? Was kann ich meinem Umfeld zumuten? Was muss ich meinem Umfeld zumuten?")
* Folgenabschätzungen ("Arbeit?". "Bekannte?", "Partner*innen?", "Verwandte?", "Freund*innen?", "Gesundheit?", "Grad der Lebensveränderung(en)?", "Kinderwunsch?", "Umstellung von Lebensgewohnheiten?", "Psychisches?" "Körperliches?", "Medizinisches?", ...)

... Und das ist bei Weitem nicht alles, da wirklich jeder Teil der bisherigen und künftigen Existenz unterschiedlich intensiv betroffen sein kann.

Ich wüste nicht, dass etwas, neben der Transition, in meinem und seinem (dem Ex-Ich) Leben, die Aspekte der eigenen Existenz jemals so umfänglich betroffen hat.
Eine Ausbildung, einen Beruf und ein Studium anzugehen und fertigzumachen, betrifft, wie auch Kinder bekommen und großziehen, zwar einen großen Teil des eigenen Lebens, doch eine Transition betrifft alle Aspekte des eigenen Lebens.

Zurück zu Transvestiten und Travestierten:
Jemand will "Bin ich Trans*" für sich herausfinden, etwa durch "Fummel tragen" (in der Öffentlichkeit?), durch "Schminken" und was immer man noch so für "Das gehört dazu!" hält: Warum nicht? Es klingt abwertend wenn Du sagst, dass sich manche (schließlich) "nur" als ein Transvestit entpuppen. Das ist für sie offensichtlich Okay und wenn es hilft.
Dass es einen Unterschied zu Trans*sein gibt, kann man ihnen ja erklären.
Das ist so wie beim Cosplay - von Zeit zu Zeit in eine andere Rolle schlüpfen. Bei Cosplay macht man meist kein großes Aufheben um die Sache, doch bei Transvestiten und Travestie, da es hier um die Überschreitung der (fixen) Vorstellung von weiblich und männlich geht, schon eher.

Habe kürzlich den Film "Dzi Croquettes" gesehen, und dachte erst "Was, Frauendarsteller mit starker Körperbehaarung und merkwürdiger 'Beschminkung'???" --- dann (etwas später) habe ich's begriffen.

Viele Grüße