Personenstandsänderung ohne angleichende OP jetzt auch in Deutschland

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Johanna
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Daniela schrieb:
Aber was bitte bringt eine Personenstandsänderung im Alltag dass man sich so derart darauf fixiert?

Im Urteil ging es konkret um Ehe und Lebenspartnerschaft. Ansonsten könnte man in Deutschland durchaus drauf verzichten. Es hätte sogar einige Vorteile, z. B. wäre eine echte Ehe mit einer Frau möglich, die VÄ wäre im Falle des Falles leicht rückgängig zu machen oder die Beiträge zur privaten KV sind niedriger.

Zitat:
Familie ein nicht OP-Grund? Entschuldigung aber wenn die Familie den Menschen nicht akzeptiert, dann sind es die falschen Menschen mit denen man sich abgibt. Ebenso beim Freundeskreis. Wer wegen der Familie oder wegen der Arbeit meint die Operation nicht machen zu können hat das Thema verfehlt.

Da das Argument mit der Familie von mir kam: Gemeint waren insbesondere Frau und Kinder. Wenn eine Frau, die nicht lesbisch oder bi ist, akzeptiert, dass ihr "Mann" ständig als Frau herumläuft und Hormone nimmt und trotzdem bei "ihm" bleibt, so hat sie bereits Großartiges geleistet, auch wenn sie (noch?) nicht bereit ist, die GaOP mitzugehen. Und wenn dann Kinder mit dabei sind, dann kann es für den "früheren Mann" die bessere Lösung sein, (vorerst?) auf die GaOP zu verzichten und bei Frau und Kindern zu bleiben.

Du warst selbst nicht in der Situation. Also urteile bitte nicht vorschnell.

Zitat:
Jeder halbwegs vernünftige Mensch, der als Frau gesehen werden will, wird nicht öffentlich mit einem Penis durch die Gegend laufen, oder in sich so in Sauna, Umkleide etc. präsentieren.

Es geht nicht ums "präsentieren", sondern darum, gewisse Aktivitäten trotz des Vorhandenseins eines versteckten Penis durchzuführen. Und das tun mehrere, TS im Alltagstest oder ohne OP oder manche Intersexuelle.

Zitat:
Gedankenbrücken wie etwa "das sei ja auch nur eine verlängerte Klitoris" sind hilflose Erklärungsversuche für eine Akzeptanzberechtigung.

Solche Gedankenbrücken brauche ich nicht. Ich habe eigene Kinder und lebe mit ihnen zusammen, und das ist mir mehr Wert als das Aussehen meiner Geschlechtsorgane. Und wenn dann eine Post-OP hochnäsig kommt, lächle ich nur darüber, weiß ich doch, dass sie keine Kinder hat (oder zumindest nicht mit ihnen zusammen lebt), und somit habe ich aus meiner Sicht der Dinge mehr als sie.

Tassi (nicht überprüft)
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Irgendwie komme ich gerade durcheinander ....

Ich kenne keine Frau, welche sich weder einen Penis wünscht, noch mit diesem leben könnte und ganz ehrlich - Transsexuelle, welche sich aus welchen Gründen auch immer zu gewissen Zeitpunkten ausserhalb der Karnevalszeit als Mann bewegen, sollte sich ernsthaft Gedanken darum machen, ob die Diagnose F 64.0 tatsächlich die richtige ist.

Warum kleidet sich dann ein Ehemann überhaupt als Frau? Ist somit die These der verkappten Minderwertigkeit mit fortschreitendem Alter bei nicht wenigen Männern bestätigt, welche sich durch ein teilweises Leben als Frau mehr Aufmerksamkeit oder Interesse erhoffen?

Daniela
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dabei seit: 26.01.2008

Hallo Johanna,

nun, das mit der Gedankenbrücke war nicht an dich gerichtet und sollte auch nicht hochnäsig klingen. Wie ich selbst geschrieben habe akzeptiere es wenn jemand ohne Operation leben möchte. Warum auch nicht? Das muss jeder mit sich selber ausmachen. Es war eher an die gerichtet, die Post-Op als verkrüppelt, unechte Frauen oder minderwertig hinstellen. Aber egal jetzt...

Es gibt sehr wohl Post-Op Frauen die mit ihren eigenen Kindern zusammenleben. Zugegeben, ich habe nicht sonderlich viel Kontakt zu anderen, aber zwei sind mir persönlich bekannt. Und die Kinder haben damit kein Problem. Jedoch leben diese Beiden alleine mit ihren Kindern und somit ohne Ex-Frau, da beide geschieden sind. Also gibt es das sehr wohl. Daher würde ich mit dem Auslachen vorsichtig sein.

Da du mir meine Kinderlosigkeit vorwirfst muss ich wohl doch privates rauskramen...
Dass ich keine Kinder habe liegt unter anderem daran, dass ich zu einem mit der Sexualität als Mann nicht zurechtgekommen bin, da mir das absolut widersprochen hat und zum anderen daran, dass ich diesen Kindern nie hätte ein guter Vater sein können. Wäre das für die Kinder hilfreich gewesen mit einem depressiven Vater zusammen zu leben? Ein Vorbild? Jemand der ihnen zeigt wie man durchs Leben geht? Nein, das hätte ich den Kindern nicht antun können. Das hat mich psychisch ordentlich belastet. Ich danke dir jedenfalls mir das in Erinnerung zu rufen, denn es tut schon weh genug keine Kinder bekommen zu können wenn man gerne welche gehabt hätte. Jedoch Kinder zu zeugen hätte ich sicher nicht können. So sind wir halt alle unterschiedlich und sollten uns trotzdem respektieren und nicht über andere schmunzeln.

Freilich, ich freue mich für dich dass deine Kinder es voll akzeptieren. Selbstverständlich ist so etwas keineswegs. Aber dann akzeptieren sie dich auch mit Operation. Was würde für sie den Unterschied machen? Wenn sie dich wirklich als Mutter akzeptieren, wo ist dann das Problem?

Ich war zumindest selbst verheiratet und habe auch Familie, wenn auch keine eigenen Kinder dann doch Eltern, Großeltern, eine Menge Cousins usw. die ich zu meiner Familie zähle. Dass mit daheim seiner Frau gegenüber noch "Mann sein" klingt sehr verlogen sich selbst gegenüber. Du schreibst ja selber "noch", "vorerst". Denkst du denn dass das auf Dauer Zukunft hat? Deine Sätze klingen nicht danach. Eine Frau die einen Mann geheiratet hat, weil sie zweifellos hetero ist sonst hätte sie das nicht getan, wird jetzt auf einmal Bi oder lesbisch? Nun, der Wunschtraum lebt bei vielen, aber die Realität sieht meist anders aus und tut oft weh. Sie, die Ehefrauen, klammern sich an den Strohhalm dass da noch ein Rest Mann ist und dass der vielleicht irgendwann einmal wiederkommt. 

Aber ja, zugegeben, auch das kenne ich, dass Frauen bei ihren ehemaligen Männern bleiben, trotz dass sie jetzt als Frau leben. In den allerwenigsten Fällen ist jedoch Liebe im Spiel, auch wenn das oft behauptet wird um andere nicht zu verletzten. Meist sind es Existenzängste, Gewöhnung oder einfach Bequemlichkeit sich nicht zu trennen und noch einmal ganz von vorne anzufangen.

Was mich betrifft so bin ich geschieden und habe dadurch eine meiner besten Freundinnen gewonnen. Und selbst das ist schon selten...

 

 

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Daniela schrieb:
Es gibt sehr wohl Post-Op Frauen die mit ihren eigenen Kindern zusammenleben.

Die sind aber nicht hochnäsig (zumindest in dieser Beziehung), denn sie kennen den Wert der eigenen Kinder verglichen mit dem Wert der GaOP und können solche Entscheidungen verstehen.

Ich werfe dir deine Kinderlosigkeit nicht vor. Du hast halt deine Gründe dafür. Aber wegen deiner Kinderlosigkeit fällt es dir schwer, emotinal den Wert des Zusammenlebens mit den Kindern zu verstehen und somit zu verstehen, warum eine TS deswegen auf die OP verzichtet. Dein Weg ist halt ein anderer (ohne Wertung gemeint).

Zitat:
Freilich, ich freue mich für dich dass deine Kinder es voll akzeptieren. Selbstverständlich ist so etwas keineswegs. Aber dann akzeptieren sie dich auch mit Operation.

Zitat:

Die Kinder würden die OP auch akzeptieren. Bei der Ehefrau sieht das anders aus. Nur wenn die Ehefrau deswegen ihren "Mann" verlässt, zerbricht die Familie, und ob die Kinder beim transsexuellen Elternteil bleiben würden, ist fraglich. (Und Liebe zur Frau mag auch noch immer vorhanden sein.)

Über die Jahre mag sich noch einiges ändern, was die Akzeptanz der Frau und die Notwendigkeit der OP betrifft.

Übrigens lache ich niemanden aus, ich lächle nur über gewisse Kommentare. Das ist was anderes.

Tassi schrieb:
Ich kenne keine Frau, welche sich weder einen Penis wünscht,

Von wünschen war auch nie die Rede. Und wenn du die Diagnose deswegen anzweifelst, muss ich darüber lächeln.

DeeJay
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dabei seit: 21.11.2005

Johanna schrieb:

Diese Entschuldigung kannst du dir aber nicht zugute halten, da du sehr gut informiert bist, was bei diesen Frauen der Fall ist. Daher unterstelle ich dir die gleichen niederen Beweggründe wie einem Rassisten.

Sorry Johanna.. Du scheinst immernoch nicht bemerkt zu haben dass dieses sagenumwobende Schwimmbad hier eine Floskel war, und ich versuche für die "Allgemeinheit" eine Brücke zu schlagen. Des Weiteren fass ich deinen Post als Beleidigung auf, weil DU MICH persönlich angreifst.. Muss ich mir nicht von einem "Perückenständer" gefallen lassen. Kann ich nämlich auch, auch wenn jetzt viele aufschreien "Wie unreif und sowieso!" ... So what? Tongue

Daniela schrieb:

Und was ich auch nicht verstehe... und ich habe nichts gegen TVs, es ist auch keineswegs Böse gemeint, aber mit ihnen über diese Operation zu sprechen kommt mir vor wie mit einem Blinden über Farben zu sprechen.

Like i said, you made my day!

 

Daniela
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dabei seit: 26.01.2008

 

Ach kommt's, sich gegenseitig beleidigen bringt gar nichts. Und selbst wenn man beleidigt wird muss man sich nicht auch auf das Niveau runterlassen...

 

Johanna schrieb:

Die Kinder würden die OP auch akzeptieren. Bei der Ehefrau sieht das anders aus. Nur wenn die Ehefrau deswegen ihren "Mann" verlässt, zerbricht die Familie, und ob die Kinder beim transsexuellen Elternteil bleiben würden, ist fraglich. (Und Liebe zur Frau mag auch noch immer vorhanden sein.)

Über die Jahre mag sich noch einiges ändern, was die Akzeptanz der Frau und die Notwendigkeit der OP betrifft.

Ja das kommt mir sehr bekannt vor, ich hab so etwas schon öfters gehört... diese Personen waren durchwegs 50+ und als die Kinder aus dem Haus waren, Ruhe eingekehrt und sie mit ihren Frauen alleine waren kam alles hoch und sie haben sich scheiden lassen und sind ihren Weg zu Ende gegangen. Danach kam das große Raunzen warum sie es nicht schon früher getan haben. Sie haben alle den Schritt der Familie zuliebe nicht getan und ihr gleichzeitig durch das Abwarten das Ende bereitet. Leider haben es die Kinder in diesen mir bekannten Fällen dann auch nicht so gut aufgenommen und sich abgewandt. Da kamen dann so Sachen wie "der alte Spinner jetzt auf einmal" und "der Mutter das im Alter anzutun"... Ich wünsche dir echt dass deine Frau sich über die Jahre daran gewöhnt. Leider bin ich hier nicht so optimistisch. Bitte entschuldige wenn ich oft zu realistisch bin...

Konstanze
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dabei seit: 29.04.2005

DeeJay schrieb:
Muss ich mir nicht von einem "Perückenständer" gefallen lassen. Kann ich nämlich auch, auch wenn jetzt viele aufschreien "Wie unreif und sowieso!" ... So what?

Unreif, wenn du Johanna als "Perückenständer" bezeichnest?

nö, diese frustrierten Aussagen bzw. Ausfälligkeiten, die du und Mona2004 hier ablassen waren eher ein outing, dass ihr charakterlich und moralisch zum Bodensatz gehört.

 

n/v
denise
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dabei seit: 05.10.2007

Konstanze schrieb:
DeeJay schrieb:
...unsere Gesellschaft ist nicht bereit und gewillt soetwas zu akzeptieren, oder zu tolerieren.
Oops dir ist ein Schreibfehler unterlaufen, du hättest statt "unsere Gesellschaft ist nicht" besser "ich bin nicht" schreiben müssen.

 

naja, konstanze, dann schliesse ich mich mal deejay an, immerhin sind wir dann eine gruppe...

die frage die sich mir stellt ist, wie repraesentativ bist denn du mit deiner meinung?

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

DeeJay schrieb:
.. Muss ich mir nicht von einem "Perückenständer" gefallen lassen. Kann ich nämlich auch, auch wenn jetzt viele aufschreien "Wie unreif und sowieso!" ...

Öhh...Johanna ein Perückenständer oder Transvestit? Deejay, du hast die letzten Monaten, bzw. Jahre wohl nicht viel mitgelesen und hast einen falschen Eindruck.

Natürlichkeit ist langweilig 

denise
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dabei seit: 05.10.2007

Johanna schrieb:
Solche Gedankenbrücken brauche ich nicht. Ich habe eigene Kinder und lebe mit ihnen zusammen, und das ist mir mehr Wert als das Aussehen meiner Geschlechtsorgane. Und wenn dann eine Post-OP hochnäsig kommt, lächle ich nur darüber, weiß ich doch, dass sie keine Kinder hat (oder zumindest nicht mit ihnen zusammen lebt), und somit habe ich aus meiner Sicht der Dinge mehr als sie.

 

sorry johanna, ich habe die op hinter mir, ich habe ein kind gezeugt und wir leben zusammen und... es klappt. hochnaesigkeit...hmmm, betrachtest du dich ab und an selbst im spiegel?

ist deine meinung besser, als die anderer?