Wie sag ich's meinem Kinde...

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rika
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dabei seit: 02.12.2007

Hallo Ihr Lieben,

ich bin mit einer neuen Situation konfrontiert, in der sich vielleicht die fehlende frühe Offenheit rächt.

Meine Tochter - fast 17 Jahre alt und ziemlich erwachsen - lebt 70 % bei ihrer Mutter, 30 % bei mir. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist ziemlich erkaltet; im Dorf, in dem sie wohnen, hat sie keinerlei Beziehungen. Hier hat sie Freunde, Wurzeln und Beziehungen. Sie will / wird wieder hierher zurückkehren, nach Hause kommen, und ich bin unheimlich glücklich darüber.

Aber jetzt kommt das Problem: wie weit gehe ich jetzt? Röcke, Pullis etc. kennt sie an mir. (Wenn Freunde von ihr kommen, sind sie verschwunden.) Sie kennt auch diese "weiche" Seite, die sie mag.

Für mich stellt sich die Frage, wie / wann / ob ich ihr rika zeige. Per Bild, Live, in kleinen Schritten oder gerade durch?

War's feige, sie vor 6 Jahren nach der Trennung gleich zu konfrontieren? Da war sie 10 und vor der Pubertät. Ich glaube, es hätte ihr geschadet. Aber nun? Leise oder laut?

rika

n/v
Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Zuerst ist es mal sehr schwierig für eine Transe, die die Vorzüge des Alleinlebens schätzen lernte, wieder jemandem im Haus zu haben... Thinking

Aber, da deine Tochter das Wichtigste weiß und in einem Alter ist, locker damit umgehen zu können, sehe ich prinzipiell gute Chancen für euch beide. Allerdings kenne ich natürlich die näheren persönlichen Umstände nicht...

Das heißt, der Acker ist fruchtbar. Ob die Pflanzen darauf gedeihen, kann der Bauer nur hoffen.

Natürlichkeit ist langweilig 

Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Hallo Rika,

schon verrückt....da sind wir so stark, hangeln uns von einer Klippe zur nächsten und meinen nun sooooo selbstbewusst zu sein.

Und dann steht unser eigen Fleisch und Blut vor der Tür, weiß von unserer anderen Seite, und doch blockieren wir irgendwie.

Meine Tochter kennt Liv, trotzdem fühle ich mich in ihrem Beisein nicht so frei, während Liv geboren wird. Mich beschleicht immer ein Gefühl, dass sie denkt, ich stehle ihr dabei den Vater.....

Blöd, aber so sind meine Gedanken halt....

Wir hatten diese Diskussion schon einmal.....wie bringe ich es meinen Lieben bei....

Den perfekten Moment gibt es nicht, nimm es doch als Fügung.

Deine Tochter zeigt Dir ihre Liebe, indem sie zu Dir zurückkehrt.

Sie liebt den Menschen, ob mit Rock oder Hose. Ein wenig Behutsamkeit schadet bestimmt nicht !

Schau mal, da gebe ich eigentlich auch eine Antwort für mich...... :oops:

Liebe Grüße

Liv

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Fanny
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dabei seit: 27.08.2005

rika schrieb:
...Aber nun? Leise oder laut?

rika

Ehrlich.

Selbst Kinder verstehen das am Besten.

Jula
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dabei seit: 12.12.2004

Hi rika,

hast du mal überlegt, genau diese Frage mit deiner Tochter zu diskutieren?

NIVEAU ist keine Handcreme! Julas Homepagehttp://www.julaonline.de/

GabiStern
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dabei seit: 18.05.2005

Hallo Rika,

wenn deine Tochter von Rika schon weiss und deine weiche Seite schon kennt, ist vielleicht genau das ein Grund zu dir als Elternteil zu kommen um bei dir zu leben. Sprich mit ihr einfach gerade heraus und offen. Vor allem natürlich wie Fanny schon sagte ehrlich. Bestimmt wird es eine Bereicherung für euch beide:-)
Deine Tochter reift weiter zu einer toleranten jungen Dame heran und du wirst sicherlich durch den einen oder anderen Styling-Tipp profitieren:-)

Je mehr du an ein positves gemeinsames Erlebnis mit deiner Tochter glaubst um so schöner wird es werden...

glaubt ganz fest

die Gabi

n/v
Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Hallo Rika,

wenn sie dich in Röcken schon kennt, ist der erste und vielleicht schwierigste Schritt schon gemacht.

Ich würde nur langsam vorangehen. Vielleicht in den ersten Wochen keine weiteren Schritte unternehmen, bis sie sich an die neue Wohnsituation gewöhnt hat. Und dann auch nur langsam vorangehen. Mit ihr darüber reden würde ich eher dann, wenn sie von sich aus Fragen oder Bemerkungen in dieser Richtung hat, ich würde ihr aber kein Gespräch aufdrängen.

Es ist aber schwer für mich, dir konkrete Tipps zu geben, da ich zum einen deine Tochter nicht kenne, und da ich zum anderen keine eigenen Erfahrungen habe, denn meine Kinder sind deutlich jünger.

Gruß

Bianca-Bijou
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dabei seit: 08.11.2006

Ich kann nur die Erfahrung weiter geben, dass mein Sohn sehr froh darüber war, dass ich mich ihm anvertraut habe. Auch er ahnte bereits etwas und nicht zu wissen, was das "Etwas" genau ist, war viel blöder für ihn als die Wahrheit. Okay, mein Lütter ist 14 und nicht 17 ändert aber, glaub ich, wenig an der Tatsache.

Er hat dann sogar das Risiko auf sich genommen, in der Schule zu erzählen, dass sein Papa eine transsexuelle Frau ist. Hätte er gar nicht machen müssen, ich wohne weit von seiner Schule entfernt. Aber er steht voll zu mir und wollte nicht, dass ich mich nochmal verstelle, wenn ich ihn mal von seinen Freunden abhole.

Deine Furcht vor dem Gespräch kann ich aber gut nachvollziehen, ich hab den Schritt auch erst mit Hilfe der begleitenden Therapie geschafft.

Meine Reihenfolge war:
1. sprechen, lange, entspannt und ausführlich
2. dann bei geäußertem Interesse, Bilder zeigen
3. mit etwas Zeitabstand zum verdauen, Livekonfrontation

LG Bibi

n/v
Eyleen
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dabei seit: 09.08.2008

Hallo Rika,

meine Söhne wissen es auch. Erst hab ich es versucht nicht als Eyleen vor Ihnen zu erscheinen, dann aber eines Morgens beim Frühstück ist es halt ohne irgendwelche Absicht passiert. Und - es war so wie immer.

Also, viel Erfolg.

 

*Unser Glück und Seelenfrieden beruhen darauf, dass wir tun was wir für richtig halten und nicht das, was andere sagen oder tun.*

**Mahatma Gandhi**

rika
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dabei seit: 02.12.2007

Hallo Liv,

Du schreibst einen wichtigen Satz: "..dass sie denkt, ich stehle ihren Vater". Das trifft es voll und ganz. Sie hängt an ihrem, liebt ihren Vater. Und wenn er "optisch" weg ist? Das ist genau meine Angst.

rika

n/v
Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

rika schrieb:
Du schreibst einen wichtigen Satz: "..dass sie denkt, ich stehle ihren Vater". Das trifft es voll und ganz. Sie hängt an ihrem, liebt ihren Vater. Und wenn er "optisch" weg ist? Das ist genau meine Angst.

Zeige ihr dann einfach, daß du du bist.

Ich hatte einmal einen Hund zur Pflege, der mochte und kannte mich. Als er mich dann zum ersten Mal en femme sah, knurrte er, weil er dachte, da ist eine Fremde im Haus. Ich habe mit ihm geredet und ihm meine Hand unter die Nase gehalten. Der Hund guckte mich etwas prüfend an, schnupperte an der Hand - und dann war gut. Er legte sich wieder friedlich hin. Wink

Natürlichkeit ist langweilig