Habe ich eine Essstörung?

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Phoebe
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dabei seit: 01.10.2013

Hallo.

Früher habe ich immer normal und viel gegessen, beispielsweise zwei BigMacs bei einem Besuch bei McDonalds. Seit einem Jahr wohne ich jetzt wieder bei meinen Eltern, wo es keine regelmäßigen Mahlzeiten gibt. Jeder isst, wann er möchte. Ich habe das Gefühl, das mir das fehlt. 

Seit Monaten habe ich keinen Apetit oder Hunger mehr. Wenn ich esse, sind meine Portionen eher klein. Essen tue ich wirklich nur, wenn ich mich dazu selbst zwinge. Wenn ich beispielsweise auf der Waage stehe und sehe, das ich abgenommen habe, bin ich frustriert und zwinge mich, mal eine Scheibe Brot zu essen.

Seit einigen Tagen habe ich es manchmal, das es mich anwidert, wenn ich andere essen bzw. schmatzen sehe. Dann könnte ich brechen vor Ekel. Ich möchte aber keineswegs so dünn sein, wie ich bin. Ich wäre lieber korpulenter. Ich wünsche mir so sehr 10 Kilo mehr auf den Rippen.

Letztes Jahr habe ich eine Art 'Anti-Diät' gemacht, bei der ich jeden Tag 3000 Kalorien zu mir genommen. Ich habe auf einen Zeitraum von 4 Monaten 14 Kilo zugenommen, gesehen hat man allerdings nichts. Knochen, die vorher hervorstachen, waren nicht mehr so gut zusehen. Mein Bauch wurde dicker und ich bekam Dellen am Po. Doch im Prinzip sah ich genauso dünn aus wie vorher. Es war frustrierend, mich jeden Tag zum Essen zu zwingen bis zum würgen und dann kein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis zu sehen.

Jetzt lautet meine Frage: Habe ich eventuell eine Essstörung und wenn ja, wie kann ich dagegen vorgehen und wie heisst die?

Phoebe

Sie sollte sich nicht ritzen, doch jedes Gerücht ist ein Schnitt.

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Hallo Phoebe,

so wie Du es beschreibst, würde ich die Fage mit "ja, Magersucht" beantworten. Das Problem im Internet bei medizinischen Fragen ist aber, durch das Geschriebene hast Du möglicherweise unbewusst schon vorgegeben, was Du für eine Antwort lesen willst. Deshalb rate ich Dir, Dich nicht ausschließlich auf Internet-Kommunikation zu verlassen, wenn Du ernsthafte gesundheitliche Probleme vermutest. Du hattest doch schon mal Probleme mit Untergewicht, was hatten denn die Profis empfohlen? Vielleicht gibt es "Anti-Diäten" aus leckeren Sachen? Auch wenn Du das Gefühl hattest, man sah nichts: 14 kg Gewichtszunahme dürften Dich vom Untergewicht ins Normalgewicht gebracht haben.

Ein erster Schritt könnte sein, Dir selber geregelte Essensrituale anzugewöhnen, so dass Du täglich drei ordentliche Mahlzeiten isst. Und das unabhängig davon, ob und wann die anderen Familienmitglieder essen.

Falls Du das nicht eh schon längst gemacht hast, könntest Du Deinen Hausarzt fragen, wo bei Dir die Grenze zum Untergewicht liegt, damit Du nicht ins Risiko kommst (oder möglichst schnell wieder raus kommst). Du bist ja recht zierlich gebaut, so dass die typischen Rechenformeln vermutlich nur eine schlechte Näherung geben. Es gibt aber zum Beispiel die Möglichkeit, den Körperfettanteil messen zu lassen. Ich kenne übrigens einen, der Nahrung so schlecht verwertet, dass er das Doppelte essen muss wie üblich, um sein schlankes Normalgewicht zu halten. Er bestellt im Restaurant zwei Essen und ist dann gerade so satt.

Liebe Grüße,
Minolfa

Phoebe
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dabei seit: 01.10.2013

Hi Minolfa.

Aber wie kann man magersüchtig sein, wenn man nicht dünn sein will?

Phoebe

Sie sollte sich nicht ritzen, doch jedes Gerücht ist ein Schnitt.

Moni-Ka
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dabei seit: 21.01.2007

Hallo Phoebe,

vielleicht hilft das weiter:

http://www.anorexie-heute.de/

Ansonsten schließe ich mich Minolfas Rat an, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Liebe Grüße

Monika

 

"A little bit of Monica in my life" (Lou Bega, Mambo No. 5)

Kaylee
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dabei seit: 03.04.2016

Auch wenn das hier nun ziemlich alt ist, sollte es jeden Bewusst sein dass eine Essstörung weit mehr ist als weniges Gewicht oder wenig Essen, das geht weit darüber hinaus.

Es spielt keine Rolle wie viel ein Mensch isst und wie viel dieser wiegt, auch wenn die Ärzte da leider immer einen BMI festmachen um von der typischen "Magersucht" zu sprechen. Die meisten Essgestörten haben Normal- bis Übergewicht. Was eine Essstörung ausmacht ist viel mehr die Psyche, also das was in deinen Kopf sich abspielt. Die anderen Dinge sind die Symtome, die daraus enstehen und nicht jede hat den "Erfolg" oder das "Glück" zich Kilos mal eben durch weniger Essen abzunehmen und trotzdem schaden sie sich enorm damit. 

Frage ist also wie gehst du mit dem Essen und mit deinen Gewicht allgemein um? Fühlst du dich innerlich wohl? Kannst du mal eben unbeschwert viel Essen ohne an die Kalorien, den Kolenhydraten oder das Fett zu denken, oder wiegst du jedes Essen oder führst du gar Protokolle? Wie fühlst du dich nach viel Essen und wie nachdem du wenig gegessen hast? Kommen da eventuell Enttäuschungen oder Erfolgserlebnisse? Was passiert wenn du mal keine Kontrolle hast? Was passiert wenn du mal zu oder abnimmst? Wie stehst du wirklich zu der Zahl auf der Waage oder dem was du im Spiegel siehst? 

Dass man nichts siehst das kann bei 14kg in der Tat übrigens der Fall sein, aus eigener Erfahrung. Wichtig dass du ohne dir zu viel Gedanken zu machen beruhigt essen kannst und bitte lass dich nicht da unnötig von Außen beeinflussen und rechne damit dass es sich eines Tages auch ändern kann. Nichts ist schlimmer als in eine wirkliche Störung zu zerfallen und das fängt bei dem an sich verrückt zu machen oder überhaupt ständig sich davon fertig machen zu lassen.

Shima
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dabei seit: 18.01.2009

Hallo Phoebe

auf Dich treffen bereits einige Symptome einer Borderline Persönlichkeit zu. Zum einen die Depressionen, die Du in einem anderen Thread erwähnt hast, das Suizidale Verhalten und nun die Essstörung und nicht zuletzt SVV (Selbstverletzendes Verhalten), wie man nur unschwer an Deiner "Signatur" mit dem "Ritzen" erkennen kann. Vielleicht solltest Du Dich einfach mal gezielt auf Borderline abklären lassen, um zu gucken, ob noch mehr Symptome von BL auf Dich zutreffen könnten. Es kann aber natürlich auch sein, dass das auf Dich nicht zutrifft. Falls aber doch, könntest Du gezielt eine Therapie machen, die Dir bei all Deinen Problemen weiter hilft. Jedenfalls scheint sich hinter diesen Symptomen etwas Komplexeres zu verstecken.

Lieben Gruß,  Shima

P.S. Ich selbst bin diagnostizierte Borderlinerin. Mir sind all Deine Symptome, die Du in diesem Forum von Dir bereits kund getan hast, nicht unbekannt. Bezüglich Essstörung habe ich mich erst im Februar wieder einmal unbewusst auf einen BMI von unter 15 runter gehungert. Ich war daraufhin sogar im Krankenhaus, weil mein Körper, beziehungsweise die Innereien, arge Komplikationen produziert haben. Ich wurde dort dann wieder mit hochkalorienhaltigen Drinks aufgepäppelt. Mittlerweile esse ich wieder halbwegs normal. Übrigens kann auch "Ekel", wie Du ihn bei anderen Mitmenschen bei ihrem Essverhalten empfindest, ein Symptom von Borderline sein. Ich habe dieses Ekelgefühl ebenfalls. Aber auch bei anderen Dingen. 

Kaylee
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dabei seit: 03.04.2016

Shima schrieb:

P.S. Ich selbst bin diagnostizierte Borderlinerin. Mir sind all Deine Symptome, die Du in diesem Forum von Dir bereits kund getan hast, nicht unbekannt. Bezüglich Essstörung habe ich mich erst im Februar wieder einmal unbewusst auf einen BMI von unter 15 runter gehungert. Ich war daraufhin sogar im Krankenhaus, weil mein Körper, beziehungsweise die Innereien, arge Komplikationen produziert haben. Ich wurde dort dann wieder mit hochkalorienhaltigen Drinks aufgepäppelt. Mittlerweile esse ich wieder halbwegs normal. Übrigens kann auch "Ekel", wie Du ihn bei anderen Mitmenschen bei ihrem Essverhalten empfindest, ein Symptom von Borderline sein. Ich habe dieses Ekelgefühl ebenfalls. Aber auch bei anderen Dingen.

Meinst du wirklich das ein BMI ausschlaggebend für eine Essstörung ist? Sorry aber das find ich zu einfach... 

Shima
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dabei seit: 18.01.2009

Kaylee schrieb:
Meinst du wirklich das ein BMI ausschlaggebend für eine Essstörung ist? Sorry aber das find ich zu einfach...

In meinem Fall wurde der BMI sehr wohl berücksichtigt. Bei mir wurde während einer psychiatrischen Abklärung im UKT eine Anorexia Nervosa diagnostiziert. Das ist das, was im Volksmund als Magersucht gilt. Für eine solche eindeutige Diagnose ist für Fachleute der BMI sehr wohl von Bedeutung. Aufgrund meines damals geringen Gewichts habe ich damals etliche körperliche Beschwerden bekommen, unter denen ich auch heute noch leide und die ich niemandem hier wünschen möchte. Besser, man sucht sich früh genug Hilfe.

Bulimie, aber auch Fresssucht sind jedoch ebenfalls Essstörungen. Da spielt der BMI dann wahrscheinlich eine weniger wichtige Rolle, als bei einer  Anorexia Nervosa. Da  gebe ich Dir recht. Nicht immer spielt bei Essstörungen der BMI also eine Rolle. Denn es kommt darauf an, was für eine Essstörung es ist. Wink

Kaylee
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Shima schrieb:

Kaylee schrieb:
Meinst du wirklich das ein BMI ausschlaggebend für eine Essstörung ist? Sorry aber das find ich zu einfach...

In meinem Fall wurde der BMI sehr wohl berücksichtigt. Bei mir wurde während einer psychiatrischen Abklärung im UKT eine Anorexia Nervosa diagnostiziert. Das ist das, was im Volksmund als Magersucht gilt. Für eine solche eindeutige Diagnose ist für Fachleute der BMI sehr wohl von Bedeutung. Aufgrund meines damals geringen Gewichts habe ich damals etliche körperliche Beschwerden bekommen, unter denen ich auch heute noch leide und die ich niemandem hier wünschen möchte. Besser, man sucht sich früh genug Hilfe.

Bulimie, aber auch Fresssucht sind jedoch ebenfalls Essstörungen. Da spielt der BMI dann wahrscheinlich eine weniger wichtige Rolle, als bei einer  Anorexia Nervosa. Da  gebe ich Dir recht. Nicht immer spielt bei Essstörungen der BMI also eine Rolle. Denn es kommt darauf an, was für eine Essstörung es ist. Wink

Frage mich nur wirklich was das am BMI soll, wenn es doch vorallen das Verhalten ist was es ausmacht vorallen wenn man hier von einer "Sucht" spricht. Klar sieht man viel am BMI, aber es wird von genügend Ärzten mittlerweile mehr als kritisch gesehen. Zudem ist es selten dass Menschen nur eines der Symtome haben...

Übrigens dieser Fakt dass es am BMI erst ermessen wird lässt sehr viele Menschen dazu triggern diesen um jeden Willen zu unterschreiten, ich weiß leider wo von ich da rede.