Was bin ich denn nun wirklich???

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Mia Cross
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dabei seit: 14.05.2015

Hallo Mädels,

im Moment bin ich schon fast am verzweifeln. Ich weiß mittlerweile nicht mehr so richtig, wie ich mich einordnen muss.

Angefangen hat ja alle schon vor ein paar Jahren, damals nur Strumpfhosen und andere Kleinigkeiten, dann wurde es immer mehr und jetzt ist die Situation so, dass ich mir schon recht oft diverse Sachen im Versandhandel bestelle. Ich kann es immer kaum abwarten, bis die Sachen da sind. Regelrecht kribbelig werde ich dann immer. Und wenn dann der Postbote klingelt, ich endlich mein Paket habe und es ans Auspacken geht, dann ist es wie bei frisch Verliebten, es krabbelt gewaltig im Bauch.

Wenn ich mich als Frau kleide, dann ist es für mich auch gar keine richtige Verkleidung mehr, sondern dann fühle ich mich auch so, wie ich im Kleid optisch wirke, nämlich als Frau. Ich liebe es fast schon, wenn ich das Wippen meines künstlichen Busens spüren kann.

Der Text könnte noch wesentlich länger werden, aber ich will hier niemanden überstrapazieren. Die Frage ist nur, bin ich jetzt noch Crossdresser, oder werde ich langsam, auch wenn dies vielleicht nur gefühlt abläuft, langsam zur Frau, die in einem Männerkörper steckt?

P.S. Habe mich zum Beispiel heute Mittag als Frau gekleidet aufs Bett gelegt, bin dann wohl eingenickt und habe scheinbar geträumt.Ich streichelte meinen weiblichen Körper und der begann wie wild zu zucken. Werd ich langsam irre?

Minolfa
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Reale Person
dabei seit: 06.12.2007

Hallo Mia,

wenn das so extrem über Kleidung läuft, würde ich eher Fetisch vermuten als ein starkes Unbehagen mit dem eigenen Körper. Klar gibt es auch Überschneidungen, also TS, die schon Jahre vor dem sozialen Rollenwechsel als TV gelegentlich die Kleidung wechselten. Ich denke aber, dass TS sich auch nackig oder in Unisex-Arbeitskleidung als Frauen fühlen ... mal abgesehen davon, dass eindeutige Kleidung oft notwendig ist, um von den Mitmenschen als Frau angeredet zu werden.

Vielleicht versuchst Du mal ein paar Tage Urlaub zu nehmen und in relativ unspektakulärer (nicht erregender) Frauenkleidung in irgendeinem Touristenstädtchen auszuprobieren, ob das ein befreiendes/erlösendes Gefühl ist?

Liebe Grüße,
Minolfa

Mia Cross
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dabei seit: 14.05.2015

Es ist aber auch so, daß ich mittlerweile meine kleine Einraumwohnung schon einrichte wie eine Frau. Ich benutze nur noch Duschbad und Deo mit weiblichen Duftnoten, hab mir vor ein paar Tagen noch dazu entprechendes Eau de Toilett gekauft, war übrigens wahnsinnig teuer.

Das Touristenstädtchen hab ich ja direkt vor Ort. Und wenn ich raus gehe, habe ich ohnehin fast nur noch Frauensachen an. Ich glaube das einzig männliche an meiner Kleidung ist da noch die Jacke, wenn mal nicht die Sonne scheint.

Ich verzichte weder auf meine Brüste, noch auf dezente Schminke und Schmuck. Und ich stelle von Tag zu Tag immer mehr fest, dass ich mich wesentlich wohler fühle, wenn ich als Frau unterwegs bin.

Eine Perücke wollte ich mir zuerst zulegen, statt dessen habe ich meine eigenen Haare wachsen lassen, mehr als mittellang wirds aber nicht, hab sie getönt und versuche sie leicht wellig zu frisieren.

Im Moment könnte ich nur sagen, mir geht es als Frau besser. Und erotische Gefühle, wie geschildert, kommen eher selten vor. Mir ist es an der Stelle zwar nicht unwichtig, erotisch zu wirken, mehr aber auch nicht.

Und da ich am Crossdresser langsam zweifle, bezeichne ich mich einfach mal als männliche Lesbe, ohne den Frauen mit der Liebe zum eigenen Geschlecht mit dieser Bezeichnung auf die Füsse treten will.

Mein Grundsatz heisst seit ich denken kann, alle Menschen sind gleich, egal wie sie sich fühlen und auch gleichgültig, welcher sexuellen Orientierung sie angehören, natürlich mit der Einschränkung was Kinder und Tiere betrifft. Und ehrlich gesagt, mit all denen, die ich in meinem Leben bisher kennengelernt habe die schwul, lesbisch, im falschen Körper oder wie auch immer waren, mit all denen habe ich tausendmal bessere Gespräche geführt, als es mir mit allen anderen, ganz besonders den männlichen Männern jemals möglich war.

 

Mia Cross
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dabei seit: 14.05.2015

Jetzt ziehe ich mir erstmal meine neuen Pumps an, schnapp mir meine Handtasche und geh noch mal einkaufen. Und auch, wenn unser Touristenstädtchen eher ein Klatschdorf ist und es in den nächsten Tagen wieder einmal heißen wird:

"Hier wohnt jetzt einer, der läuft in Frauenklamotten rum! Empörend! Dass der sich in seinem Alter nicht schämt!"

Ist mir vollkommen schnuppe. Perfekt als Frau bin ich sicherlich noch nicht, aber das sind die biologischen ja auch nicht immer.

Granada
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dabei seit: 10.10.2012

Nur so als Tip am Rande: nicht alles, was sich Vater Staat zusammen mit den Vertretern von Krankenkassen und der Ärzteschaft ausgedacht hat und ins TSG gegossen hat, dient nur unserer Gängelung. Um herauszufinden, was man wirklich ist, können die vorgeschriebenen Gespräche mit Psychologen durchaus hilfreich sein, wenn man dabei ehrlich zu sich selbst und zur Therapeutin/dem Therapeuten ist.

Auf Dich und Deinen Beitrag will ich genau deswegen gar nicht näher eingehen - such Dir mal psychologische Beratung bei jemandem, der sich mit den Problemen transidenter Menschen auskennt,

Nadine77
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dabei seit: 16.08.2015

Hallo Mia,

TV, TS, CD, IS.... mir ist es inzwischen egal in welche Schublade (die wir selber erfunden haben um uns von DEM oder vom DEM abzugrenzen) ich gesteckt werde. Wichtig ist doch nur was ich will und wie ich mich fühle.Desweiteren denke ich, dass wir im laufe der Zeit die verschiedenen Schubladen durchlaufen und irgenwann eine offenbleibt bei welcher man sich wohl fühlt ).

Da ich mich persönlich als Frau sicherer, wohler und.. na wie soll ich sagen.. richtig halt fühle habe ich mich für den Weg des Angleichens entschieden.Die psychologische Beratung und Unterstützung ist dabei wesentlich.. auch um sich selbst zu finden und die Dinge richtig einzuordnen.

Ich hoffe für dich, dass du Deinen Weg findest... :*.

 

LG 

Nadine

 

Mia Cross
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dabei seit: 14.05.2015

Hallo Nadine,

danke für die lieben Worte und Wünsche. Ich bin mir sicher, dass auch ich meinen Weg machen werde, egal wohin er führt. Mir ist es mittlerweile auch Schnuppe, was ich wirklich bin. Hauptsache es geht mir bei alledem gut und ich fühle mich wohl. Ob nun mit oder ohne abschliessende OP. Es heisst zwar, dass es Frauen nicht gerade leicht haben, aber ich fühle mich jedenfalls wohler, wenn ich als Frau unterwegs bin.

Liebe Grüsse,

Mia

sveni EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 01.12.2015

hallo alle

ich bin neu hier und mir geht es auch grad so wie mia, ich bin immerhin schon 35 und bi, ich weis auch nicht wohin es geht zumal ich immernoch single bin, liegt aber daran das ich mich auch nicht mehr wohl fühle in meinem körper, manche finden mich sexy so wie ich bin von anderen kommt die aussage suche eher einen adonis oder halt doch femininer. ich habe im alter von 6 oder 7 (ist schon lange her Laughing heimlich mal den badeanzug von meiner schwester kurz angehabt, fande ihn schön.

etliche jahre später war es dann schon der bh der mutter und im krankenhaus musste ich dann operationsbedingt von ihr sleepshirts anziehen, wurde am steissbein operiert deswegen waren keine schlafanzüge möglich, aber hat mir nichts ausgemacht von ihr die anzuziehen im krankenhaus. als ich alleine gewohnt habe in beutelsbach nach der ausbildung kamen etliche sachen hinzu, baumwollstrumpfhosen (mag irgendwie kein nylon), nachthemden usw, mittlerweile habe ich auch bh slip, leggins top shirt röcke und kleider. daheim trage ich dann meist unterwäsche longshirt oder top und leggins, mich haben auch schon andere so gesehen und komischerweise nichts gesagt, aber rock denke ich würde doch verstörend wirken

solangsam macht es mir halt angst wegen den vielen frauenkleidern, und manchmal wünsche ich mir schon lieber eine vagina statt dem penis, also jetzt wo ich älter bin, als kind hatte ich eigentlich nie den wunsch danach, ok habe da einmal an weihnachten mit der puppe meiner schwester gespielt, weil sie mit dem kinderpc gespielt hat.

klar habe ich die mädchen damals als junge beneidet, ob es wegen der kleidung war oder wegen anderen dingen weiss ich nicht mehr. ich bin als junge aber auch nie auf idee gekommen die anderen sachen meiner schwester zu probieren, geschweige denn meiner mutter zu sagen ich will auch mädchensachen haben, ich denke aber das es dann bestimmt um einiges einfacher gewesen wäre als jetzt.

 

 

 

 

Ein kleiner Mensch stirbt nur zum Scheinwollte ganz alleine seindas kleine Herz stand still für Stundenso hat man es für tot befundenes wird verscharrt in nassem Sandmit einer Spieluhr in der Hand

KarinBS
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dabei seit: 02.12.2011

Ihr Lieben und Liebenden

ich glaube, am wichtigsten ist es, erst einmal zur Ruhe zu kommen.

Wenn ich mich als Frau zurechtmache und vor dem Spiegel das Gefühl habe Ja, das bin ich! dann ist meine im Bewusstsein erlebte Geschlechtszugehörigkeit weiblich. Und das darf ich dann auch in aller Ruhe verinnerlichen.

Und ich habe dann auch die Gegenprobe gemacht: Habe ich ein entsprechendes Gefühl auch in meiner männlichen Version? Kann ich mich in einer männlichen Identität zuhause fühlen?

Dass man sich gerne schöne Kleider und Dessous anzieht, muss überhaupt nichts mit Fetischismus zu tun haben. Das tun auch Biofrauen.

Lieben Gruß

Karin

Glaube nur das, was du siehst

sveni EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 01.12.2015

heute den 17.08.2016 kam wieder bei gallieo ein bericht über ein transgender teenager namens corey aus amerika. ich habe es auch wieder angeschaut und auch auf handy gespeichert und ich musste auch wieder weinen und ich weis nicht warum, entweder stimmt was nicht oder einfach weil andere einfach glücklicher sind als ich, ich weis es nicht, oder weil ich doch sehr nah am wasser gebaut bin wie man so sagt. eins steht auf jedenfall fest ich werde solche sachen jetzt halt nie wieder anschauen, ob ich dann auch alles aufgebe wird sich zeigen ob ich dann auch hier im forum weiter unterwegs bin weis ich nicht. ich möchte auch niemand nerven sondern mein leben einfach so leben und versuchen einfach wieder glücklich zu werden auch wenn die hoffung nicht mehr da ist Sad. schliesslich schaut ja wirklich jeder nur nach dem aussehen und da passe ich nirgends in ein raster rein, weil bis zu meinem lebensende alleine zu bleiben habe ich eigentlich nicht vor Sad, manchmal will ich einfach nur noch sterben

Ein kleiner Mensch stirbt nur zum Scheinwollte ganz alleine seindas kleine Herz stand still für Stundenso hat man es für tot befundenes wird verscharrt in nassem Sandmit einer Spieluhr in der Hand

Emma V
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dabei seit: 14.08.2016

Mia Cross schrieb:

Wenn ich mich als Frau kleide, dann ist es für mich auch gar keine richtige Verkleidung mehr, sondern dann fühle ich mich auch so, wie ich im Kleid optisch wirke, nämlich als Frau. Ich liebe es fast schon, wenn ich das Wippen meines künstlichen Busens spüren kann.

Ich bin zwar recht neu... Zum einen neu hier bei euch im Forum und erst seit ein paar Wochen dabei meine weibliche Seite zu entdecken und zu (er)leben. Allerdings fällt mir auf, dass die ein oder andere sich vielleicht viel zu viele Gedanken macht, statt einfach zu sehen und abzuwarten, wohin unser Weg führt. Vielleicht mache ich mich mit solchen Worten hier nicht beliebt, aber das ist halt meine persönliche Meinung.

Offensichtlich, deinem Text nach, war die Rolle als Frau für dich eine Art Verkleidung. Man möge es mir verzeihen, aber für mich ist eine "Verkleidung" wenn ich mich zum Fasching als Cowboy oder Indianer kleide.

Ich kann nur für mich sprechen, aber wenn ich mich als Frau ankleide, dann bin ich Frau. Ohne wenn und aber. Ich fühle so, bewege mich so und (das wichtigste) werde auch so von meiner Frau gesehen. Halt als Emma ohne wenn und aber. Ich mache mir dann keine Gedanken darüber, sondern lebe es.

Du fragst, ob du jetzt noch "Crossdresser...?" bist. Gegenfrage: Ist es wichtig, zu wissen in welche Schublade man eingeordnet wird? Sind die Übergänge zwischen DWT/CD/TV/TG nicht teilweise recht fliessend? Wenn du wirklich unglücklich bist und irgendwie zwischen den Stühlen sitzt, dann ist vielleicht wirklich eine psychologische Beratung eine Möglichkeit einen "Lösungsansatz" zu finden, bevor du in ein tiefes Loch fällst, aus dem du wohlmöglich allein nicht wieder raus kommst.